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So finden Sie das Aktiendepot, das zu Ihren Wünschen passt

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Wochenlang hat man recherchiert, Aktien analysiert und ist jetzt endlich bereit: sich selbst an die Börse zu wagen und Wertpapiere zu kaufen. Doch was fehlt? Ein passendes Aktiendepot, wo die Papiere sicher lagern und das nicht alle Gewinne durch zu hohe Gebühren wieder auffrisst. Deshalb erfahren Sie in diesem Ratgeber, wie Sie ein Depot finden, das auf Ihre Wünsche zugeschnitten ist; und wie Sie verhindern, dass zu hohe Kosten Ihre Rendite schmälern.

 

Hausbank oder Online-Broker?

Die richtige Depotwahl beginnt immer mit einer ehrlichen Selbsteinschätzung: Bin ich erfahren und traue ich mich allein in den Aktien-Dschungel oder brauche ich Beratung und Hilfe? Wer selbständig über seine Käufe und Verkäufe entscheiden möchte, wählt einen Online-Broker; wer unerfahren ist, sollte bei seiner Hausbank bleiben. Diese ist zwar immer teurer als der Online-Broker, doch hat sie einen Vorteil: eine kostenlose Beratung; ein Service, den Online-Broker nicht anbieten. 

Doch Achtung: Lassen Sie sich beim Online-Broker nicht nur vom Preis leiten; unter niedrigen Kosten leiden oft die Benutzeroberfläche und der Kundenservice.

Wollen Sie auf eine Beratung nicht verzichten, ist es unerlässlich, dass Ihr Berater kompetent und erfahren ist: Bei kleinen Anlagesummen müssen sich Anleger leider oft mit einer Standartberatung zufriedengeben. Ebenso stellen manche Bankberater den Vorteil der Bank über den des Kunden: Sie verkaufen nur hauseigene Produkte, anstatt auf die Bedürfnisse des Kunden einzugehen. Ziehen Sie deshalb einen unabhängigen Vermögensberater zurate, wenn Sie kein Vertrauen zu Ihrem Bankberater haben. Hierbei sollte Ihr Vermögensberater eine anerkannte Ausbildung vorweisen können; beispielsweise die Prüfung zum „Certified Financial Planner“ (CFP). Dennoch setzen hoch qualifizierte Berater oft eine höhere Anlagesumme voraus: fünfstellig und aufwärts.

 

Kriterien für den Brokervergleich

Wer sich hingegen mit Aktien auskennt und auf eine Beratung verzichten will, sollte sein Depotkonto bei einem Online-Broker eröffnen. Doch tummeln sich auf dem Markt dutzende Anbieter, die jeweils andere Konditionen anbieten. Hier heißt es: Wer nicht den Überblick verlieren will, sollte einen Aktiendepot-Vergleich benutzen. Auch hier müssen Sie sich selbst fragen, was Sie genau wollen. Als Hilfestellung folgen hier die Kriterien, wonach Sie die Broker vergleichen können:

  1. Depotkosten
  2. Ordergebühren / Transaktionskosten
  3. Angebotspalette
  4. Handelsplätze
  5. Limit-Kosten

 

Depotkosten

Es wirkt wie ein Relikt aus der Steinzeit des Aktienhandels: Manche Broker verlangen immer noch dafür Gebühren, dass Sie ihr Kunde sein dürfen. Diese Gebühr bezahlen Sie fest einmal pro Jahr. Stellen Sie deshalb sicher, dass Ihr Depot kostenlos ist und sparen Sie sich unnötige Kosten. Entscheiden Sie sich dennoch für ein Wertpapierdepot mit Gebühren, sollten als Ausgleich die Transaktionskosten niedriger sein.

 

Ordergebühren / Transaktionskosten

Mit Aktien zu handeln, ist leider nicht kostenlos: Wer kauft oder verkauft, muss auch die Gebühren für die Transaktion zahlen. Zusätzlich fallen noch Handelsplatzgebühren und gegebenenfalls die Maklercourtage an. Deshalb heißt es auch: Hin und her macht Taschen leer. Wenn also die Ordergebühren nicht Ihre ganze Rendite verschlingen sollen, müssen Sie sich wieder selbst fragen: Wie oft will ich handeln? Wie groß sind meine Positionen? Danach entscheiden Sie sich für eins der folgenden Preismodelle:

  1. Das Festpreis-Modell
  2. Prozentuale Gebühren

Wie der Name schon sagt, bezahlen Sie beim Festpreis-Modell für jede Order einen festen Preis. Als Beispiel dient hier die Onvista-Bank: Dort kostet jeder Kauf oder Verkauf fünf Euro; zusätzlich fallen noch zwei Euro Handelsplatzgebühren an. Dieses Modell ist vor allem sinnvoll, wenn Sie öfters traden wollen und dass mit größeren Positionen. So verhindern Sie, dass die Kosten Sie erdrücken.

Dies geschieht nämlich schnell mit prozentualen Gebühren, wobei Sie bei jeder Order einen gewissen Prozentsatz bezahlen müssen: Kaufen Sie beispielsweise Aktien für 10.000 Euro und Ihr Broker erhebt eine Gebühr von 2%, sind alleine schon 200 Euro verloren. Deshalb ist das Prozent-Modell nur für Anleger, die nur selten und mit geringen Summen Wertpapiere handeln. Manchmal mischen aber auch Broker die beiden Modelle: So bezahlen Sie bei dem Broker der Sparkasse 4,99 Euro + 0,25% des Ordervolumens.

 

Angebotspalette

Auch wenn der Name anderes besagt: Ein Aktiendepot verwahrt nicht nur Aktien. Vielmehr können Sie darin ETFs, Fonds, Anleihen, Optionen und vieles mehr einlagern. Stellen Sie deshalb vorher sicher, ob Ihr Broker die gewünschten Produkte anbietet und zu welchen Konditionen. Vor allem passive Anleger sollten nach Fonds- oder ETF-Sparplänen Ausschau halten: Wie viele Fonds können Sie bei diesem Broker handeln? Gibt es die gewünschten Fonds ohne Ausgabenaufschläge?

Weil ETFs immer populärer werden, bieten die Broker oft dafür Sparpläne an: Hier können Sie in der Regel monatlich die ETFs besparen. Vergleichen Sie deswegen die Kosten und welche Sparraten der Broker anbietet. Meist können Sie mit 50 Euro pro Monat anfangen; doch manche Anbieter ermöglichen auch eine Sparrate von 25 Euro. 

Doch Vorsicht: Lassen Sie sich nicht nur von kostenlosen Sparplan-Aktionen verlocken; diese ändern sich nach einer gewissen Zeit und dann fallen wieder die üblichen Gebühren an.

 

Handelsplätze

Verschiedene Broker bieten verschiedene Handelsplätze an, worüber Sie gewünschte Wertpapiere handeln können: Hier entscheidet wieder, welche Aktien Sie handeln wollen. 

Große Blue-Chip-Aktien finden Sie kostengünstiger an den deutschen Börsen; doch bei kleinen, internationalen Nebenwerten ist das meist anders. Diese sind oft in Deutschland nicht gelistet oder bieten nicht genügend Umsatz für einen Handel. Wollen Sie trotzdem auf kleine Auslandsaktien nicht verzichten, prüfen Sie, ob Ihr Broker den Handel über ausländische Börsen anbietet; so z. B. über den London Stock Exchange oder den NASDAQ.

Eine andere Möglichkeit ist der OTC-Handel: Das bedeutet “Over-the-Counter” oder Direkthandel. Hierbei entfällt die Handelsplatzgebühr oder die Maklercourtage, weil sie direkt von den Emittenten des gewählten Produktes kaufen. Auf diese Weise ist können Sie beispielsweise Fonds direkt von der Fondsgesellschaft erwerben. Möchten Sie diese Möglichkeit nutzen, stellen Sie sicher, dass Ihr Broker dies auch anbietet.

 

Limit-Kosten

Wenn Sie mit dem Aktienhandel beginnen, sollten Sie immer ein Limit setzen: So bezahlen Sie nicht zu viel für den Kauf; und machen beim Verkauf keine Verluste. Nur erheben manche Broker darauf Gebühren; meist um sich für niedrige Transaktionskosten zu entschädigen oder die kostenlose Depotführung wieder wett zu machen. 

Informieren Sie sich deswegen umfassend, lesen Sie unbedingt die AGB des Anbieters und achten Sie besonders auf das Kleingedruckte.

 

Wie eröffnen Sie ein Depotkonto?

Wenn Sie verschiedene Online-Broker verglichen und den passenden gefunden haben, müssen Sie nur noch das Aktiendepot eröffnen. Dafür folgen Sie einfach diesen Schritten:

  1. Auf der Webseite des Anbieters „Depot eröffnen“ auswählen
  2. Das Online-Formular ausfüllen
  3. Alle Angaben genau prüfen
  4. Formular ausdrucken und per Postident-Verfahren zum Broker schicken
  5. Warten, bis die Zugangsdaten ankommen und dann beim Broker einloggen

Neben dem Postident-Verfahren bieten auch immer mehr Online-Broker das Videoident-Verfahren an: Dafür müssen Sie sich nicht extra bei der Post ausweisen, sondern halten lediglich ein gültiges Ausweisdokument in die Webcam.

 

Zusammenfassung

Die Wahl des passenden Aktiendepots richtet sich grundsätzlich nach der Frage: Erfahren oder nicht erfahren? Dementsprechend bleibt man bei seiner Hausbank oder wählt einen Online-Broker. Weil es von Letzteren aber eine ganze Menge gibt, ist ein Vergleich unabdingbar; so findet man einen Broker, der zu den eigenen Wünschen passt und vermeidet zu hohe Kosten.

 

 

Bild: Depositphotos.com/DragonImages

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