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Riesen Spendenaufkommen für festgenommene Sea-Watch Kapitänin Rackete

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Schon alleine der mediale Wirbel, der um Carola Racketes Festnahme entstanden ist, ist ein riesiger Erfolg für die Flüchtlingsretter von Sea Watch, deren Mission im Mittelmehr zuletzt von den Titelseiten der Zeitungen verschwand und nur noch bei den Kleinmeldungen aus aller Welt auftauchte.

„Wer sein Leben einsetzt, um Menschenleben zu retten, wird niemals ein Verbrecher sein“, stellt sich denn auch Jan Böhmermann auf die Seite der mutigen Frau. Diese hatte mehrere Tage mit Ihrem Schiff voller vor der lybischen Küste aufgefischter Flüchtlinge vor der Insel Lampedusa gekreuzt und auf Anlegegenehmigung gewartet. Als die Lage an Bord zu kippen drohte, fasste sie sich ein Herz, legte ohne Erlaubnis im Hafen an und ließ die Flüchtlinge dort von Bord gehen – was ihr promt eine Verhaftung durch die italienischen Behörden einbrachte. Vorwurf: Menschenschmuggel, was bei einer Verurteilung mehrere Jahre Haft nach sich ziehen könnte. Ihr Schiff wurde beschlagnahmt und eine Geldstrafe angesetzt.

Um Rackete im nun folgenden Rechtsstreit zu unterstützen, nutzten Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf ihre Reichweite, um für Spenden zu werben: „Wir können zwar nicht vor Ort helfen, aber wir können helfen mit Geld. Wir können die Kollegen vor Ort, die Menschen, die dort helfen, unterstützen.“ Hier zeigte sich, dass die Deutschen sehr wohl bereit sind, für ihre moralische Überzeugung in die Tasche zu greifen. Über eine Millionen Euro sind für die bis Ende Juli laufende Aktion bisher gespendet worden. Dann wird sich zeigen, ob den Europäern Menschenleben genauso wichtig sind wie abgebrannte historische Bauwerke in ihren Hauptstädten. Zum Vergleich: Für die Wiederherstellung von Notre Dame wurden bisher 900 Millionen Euro gespendet.

 

Bilder: imago images/Sven Simon, Stefan Schmidbauer.

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