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Onlinebanken: Geldwäsche-Gefahr bei Personenidentifikationen

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Hohe Sicherheit muss Standard sein

Von Frank Stefan Jorga, Geschäftsführer und Gründer der WebID Solutions GmbH

 

Die Identifikationsmethoden der Smartphone-Bank N26 haben in den letzten Wochen und Monaten für Aufsehen gesorgt. Ende vergangenen Jahres ist es Testern gelungen, sich mit gefälschten Ausweisen bei dem hippen Start-Up zu registrieren. N26 ist nicht irgendwer. Das Unternehmen hat weit über 1,5 Millionen Kunden und wird nach der aktuellsten Finanzierungsrunde mit 2,3 Milliarden Euro als „Unicorn“ bewertet. Das ist ein großartiger Meilenstein, zu dem man nur gratulieren kann. Umso wichtiger ist es gerade für Unternehmen des Finanzsektors, dass die zur Identitätsfeststellung verwendeten Verfahren höchsten Anforderungen entsprechen und durch konsequente Weiterentwicklung auch zukünftigen Herausforderungen gewachsen sind.

Einige Wirtschafts- und Finanzmedien berichteten, dass die Defizite im Falle von N26 ihren Ursprung im Ausland haben. Dort setzt die Digitalbank – anders als in Deutschland – das Foto-Ident-Verfahren ein. Doch im Gegensatz zum Video-Ident-Verfahren, das die WebID entwickelt hat und anwendet, oder der Identifikation in einer Postfiliale, können bei der Verifizierung mit nur einem Bild nicht alle Sicherheitsmerkmale eines Ausweises überprüft werden. Kommt es zu Identitätsbetrug, ist in der Regel das Personaldokument gefälscht, wie offenbar im vorliegenden Fall bei N26. Seltener ist die Konstellation eines korrekten Dokuments mit einem nicht dazu passenden „Inhaber“, der vor der Kamera sitzt.

Natürlich ist es im ureigenen Interesse einer jeden Bank für eine sichere Identifikation zu sorgen. Schließlich könnte sie durch Geldgeschäfte, bei denen der Ausführende später nicht zu identifizieren ist, massiv geschädigt werden, etwa bei Krediten. Allerdings gibt es auch illegale Vorgänge durch Nichtidentifizierte, bei denen der Bank kein Verlust beschert wird – sondern dagegen große Beträge auf ihren Konten landen: bei Geldwäsche oder Terrorfinanzierung. Branchenteilnehmer in Deutschland wissen, dass Foto-Ident nicht den Anforderungen des Geldwäschegesetzes entspricht. Laut BaFin ist es kein sicheres Verfahren zur Identitätsfeststellung.

Die regulatorischen Vorgaben sind also hoch, und die meisten Banken haben zusätzliche interne Standards. Schließlich bangen sie um ihren Ruf – und ihr Geld. Doch ist die Foto-Ident-Methode eben günstiger. Ein Kostenvorteil gegenüber der Konkurrenz. Natürlich garantiert kein Verifikationsverfahren 100-prozentige Sicherheit. Aber es gibt enorme Unterschiede zwischen den Vorgehensweisen. Wir von der WebID etwa entwickeln unsere Systeme und Sicherheitsstandards ständig weiter. Dies ist eine unserer Prioritäten. Schließlich haben wir dort als Identifikationsspezialist und Dienstleister neben den Banken eine hohe Verantwortung. Auf diese Weise haben wir uns über die Jahre eine hohe Expertise angeeignet. Unsere Ident-Center-Agents legitimieren im firmeneigenen Hochsicherheits-Ident-Center in Deutschland täglich etwa 10.000 Endkunden per Video-Ident. Vorab gibt es eine automatisierte Vorprüfung, die besonders die technischen Parameter beim Nutzer checkt, etwa die Qualität der Internetverbindung oder der Kamera. Erst wenn hier alles in Ordnung ist, wird das Gespräch zu unserem Mitarbeiter durchgestellt. Sie oder er kann sich so voll auf die Identifikation konzentrieren, und das ins Feld geführte Ausweisdokument mit 6.500 verschiedenen internationalen Identitätsdokumenten aus 194 Ländern in unserer Datenbank abgleichen. Natürlich kommt es dabei zu Betrugsversuchen, die wir jedoch – auch dank regelmäßiger Schulungen durch Kriminalbeamte – auf das absolute Minimum reduzieren können. Mehr als 3,5 Millionen Verifizierungsprozesse haben uns gestählt, und diese außergewöhnliche Sicherheit können wir als Dienstleister an unsere Geschäftskunden weitergeben.

Die nächste Stufe der Entwicklung in der Betrugsprävention erreichen wir durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Kombination mit einem biometrischen Abgleich, ein Ergebnis unserer langjährigen Forschungsarbeit. Unser neuestes Produkt WebID AI ist eine Weiterentwicklung der bewährten Ausweisvorprüfung WebID 2.0, die bereits seit Juli 2017 erfolgreich etabliert ist und übernimmt vollautomatisch und sicher die Prüfung von Ausweisdokumenten. Die Chance, Betrügereien mit gefälschten Ausweisen aufzudecken, ist so noch einmal gestiegen. Insbesondere Banken und andere Finanzdienstleister erhöhen die Effizienz der GwG-konformen Videoidentifikation, wenn eine Vorprüfung des Ausweisdokumentes mit WebID AI dem Prozess vorangestellt wird. So können wir erste Verdachtsfälle vor dem Start der Videolegitimation erkennen und filtern. WebID AI kann auch als eigenständiges Produkt in diversen Branchen und für unterschiedliche Einsatzfälle eingesetzt werden, wie beispielsweise Altersprüfungen.

Ein wesentlicher Entwicklungstreiber ist zwar unser Geschäft mit den Banken, da sie den schärfsten Vorschriften unterliegen und erkannt haben, dass wir Identifikationen kostengünstiger, schneller und besser durchführen als sie. Doch wir arbeiten für alle Branchen und Unternehmen. Sie nutzen unsere Dienstleistungen, da sie auf diese Weise stets das höchste Sicherheitsniveau oder Schutz vor Geldwäsche erhalten, wenn sie etwa das Video-Ident-verfahren einsetzen. So kennen diese Unternehmen immer genau ihre Kunden, was nicht nur für die Kundenbeziehung von Nutzen, sondern – als „Know your Customer“ – auch Branchenstandard ist.

 

Bild: Rangizzz/depositphotos.com

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