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OHB macht SpaceX mit eigener Rakete Konkurrenz

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OHB, oder Orbitale Hochtechnik Bremen, steht für Raumfahrt- und Satellitentechnik „made in Germany“. Jetzt hat OHB-Sprecher Günther Hörbst gegenüber dem Weser-Kurier veröffentlicht, dass der Konzern dabei ist, eine eigene Trägerrakete zu entwickeln und verrät: „Der Erstflug soll Ende 2021 stattfinden.“ Vorstandschef Marco Fuchs erklärt: „Eine eigene Rakete ist für OHB ein folgerichtiger Schritt“, denn bisher wurden die in Bremen gebauten Satelliten großteils mit Ariane-Raketen auf ihre Umlaufbahn befördert. Doch für die Zukunft möchte der Raumfahrkonzern von Fremdraketen nach Möglichkeit unabhängig sein. „Wir werden da erst einmal unser eigener Kunde sein und eigene Satelliten in den Orbit bringen“, stellt Marco Fuchs die Beweggründe zur Entwicklung klar.
Doch nicht allein der Eigenbedarf machte ein eigenes Raketenprojekt nötig. Die Nachfrage nach immer besserer Vernetzung und genaueren Daten, sei es für Wetterbeobachtung, Kommunikation, Navigation oder Aufklärung, hat eine Flut von immer mehr Satelliten zu Folge. Und alle wollen in ihren Orbit gebracht werden. Derzeit teilen sich Elon Musk mit seinem SpaceX, Jeff Bezos mit Blue Origin und die europäische Ariane Group den Löwenanteil des Marktes. Doch an die hundert Raketen-Projekte sind derzeit in der Entwicklung, vor allem in Indien und China.
OHB-Sprecher Hörbst bleibt derweil entspannt, da die RFA-Raketen auf den erwarteten Riesenboom an kleinen Nutzlasten spezialisiert sein werden, von denen die OHB mit ihrem großen Sortiment an Kleinsatelliten schon viele Aufträge innerhalb des Konzerns zu vergeben haben wird. „Der Konzern bietet damit die Möglichkeit, eine Grundauslastung zu gewährleisten, das ist ein wichtiger Faktor für die kommerzielle Wettbewerbsfähigkeit in globalen Märkten“, bringt er die Strategie auf den Punkt. Da die Investition in das neue Projekt ganz aus der Mutterfirma OHB und ihrer Inhaber kommt, kann das Team aus erfahrenen Raumfahrt-Ingenieuren und im Kleinraketenbau bereits erfahrenen Experten über optimale Entwicklungsbedingungen verfügen.
Die Rakete wird nicht im Stammsitz in Bremen, sondern in der Tochterfirma Rocket Factory Augsburg GmbH (RFA) in Bayern-Schwaben gebaut werden. Das ist nicht weiter verwunderlich, da dort auch MT Aerospace seinen Sitz hat, ebenfalls eine OHB-Tochter, die für Ariane Trägerrakteten Teile baut, die in der neuen Ariane 6 zum Einsatz kommen werden.
Bild: Imago Images/UPI-Photo

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