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Niedrigzinsen: Bund spart 160 Milliarden Euro

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Der Bund spart durch die aktuellen Niedrigzinsen viele Milliarden an Kreditzinsen. Das ergaben Berechnungen des Prognosezentrums am Institut für Weltwirtschaft (IfW). Bis 2030 ergeben sich laut Dr. Jens Boysen-Hofgrefe, dem stellvertretenden Leiter des Prognosezentrums, Einsparungen in Höhe von insgesamt 160 Milliarden Euro. In diesem Jahre erwartet der Wirtschaftswissenschaftler den größten Einsparungseffekt erwartet. So soll der Bund durch die Niedrigzinsen 2015 knapp 20 Milliarden sparen.

Diese Situation scheint dem Bund zu gefallen. „Die Finanzagentur des Bundes ist in jüngster Zeit offenbar bemüht, die Laufzeiten der öffentlichen Schuldtitel zu erhöhen und somit einen Teil des Niedrigzinsumfelds zu konservieren“, sagt Boysen-Hogrefe. Denn der Anteil der 30-jährigen Anleihen würden steigen und die Anteile der zweijöhrigen Bundesschatzanweisungen und der Schatzanweisungen mit Laufzeiten von bis zu zwölf Monaten würden zeitgleich sinken, meint Boyen-Hogrefe. Durch die Schuldenkrise sind auch die Renditen stark gesunken, insbesondere die mit höheren Restlaufzeiten. Durch die gesunkenen Inflationserwartungen gingen die Renditen lang laufender Anleihen gegen Null und Anleihen mit kurzen Laufzeiten sogar in den negativen Bereich.

Für die Zukunft erwartet der Finanzwissenschaftler Boysen-Hofgrefe zwar einen Anstieg des Zinsniveaus, aber erst ab etwa 2017. „Dabei ist es wahrscheinlich, dass gerade dann die Zinslast deutlich steigen wird, wenn zeitgleich die Demografie die öffentlichen Haushalte stark belasten dürfte“, so Boysen-Hogrefe. Auch wenn es den öffentlichen Haushalten momentan noch gut geht, könnten mittel- und langfristig Haushaltsrisiken bestehen.

 

 

Bild: fill / pixabay.com

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