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Nach dem Flugzeugabsturz: Können neue Black Boxen schneller Ursachen ausfindig machen?

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Am Dienstag ist eine Maschine von Germanwings auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. An Bord des Airbus 320 waren 150 Menschen. Mit Überlebenden wird nicht gerechnet. Warum dieses Unglück passiert ist, weiß man noch nicht. Für Aufklärung könnten die Flugschreiber sorgen. Eine von zwei Black Boxen wurde offenbar bereits gefunden und befindet sich auf dem Weg nach Paris zur Auswertung. Oft dauert es eine lange Zeit bis man den Unglückshergangs rekonstruiert hat, denn die Technik der Flugschreiber ist nicht so modern wie man denken könnte.

Eine Black Box besteht aus Flugdatenschreiber sowie Stimmenrecorder und zeichnet relevante Flug- und Flugzeugparameter wie Flughöhe und Geschwindigkeit während des Fluges auf. Auf diese Weise kann man den Unfallhergang nachvollziehen und zu verstehen, was passiert ist. Die Flugschreiber sind auf jedem Flug Pflicht, technisch gesehen aber ziemlich veraltet. So erhält man die Daten erst, wenn man das Gerät findet. Das stellt jedoch oft ein Problem dar. Die gespeicherten Daten können nur von der Black Box selbst abgerufen und nicht via Funk oder gar per Internet gesendet werden. Nun fragt man sich: Warum kann ich als Passagier Wi-Fi auf meinen Flügen nutzen, aber die Black Box nicht?

Viele Geräte sind so veraltet, dass sie die Daten noch auf Magnetbändern speichern. Zwar gibt es mittlerweile neuere Geräte mit digitaler Technologie, aber auch diese müssen nach dem Unglück erst ausfindig gemacht werden. Nach dem Absturz des Air France Fluges 447 im Jahr 2009 hat es gut zwei Jahre gedauert, bis man den Unglückshergang rekonstruieren konnte.

Die gute Nachricht: An neuen Technologien wird gearbeitet. Das kanadische Unternehmen Flyht Aerospace Solutions bietet bereits automatisierte Informationssysteme für Flugzeuge an, die in der Lage sind, die Daten des Fluges in Echtzeit aufzunehmen und alle fünf bis zehn Minuten an die Flugleitzentrale zu senden. Die Technik kostet um die 100.000 Dollar. Das System ermöglicht es sogar, Unregelmäßigkeiten während des Fluges wie eine Abweichung von der Flugroute zu erkennen.

Im Januar berichtete Bloomberg, dass Qatar Airways plant seine Flotte mit einem automatischen Ortungssystem auszustatten. Die Technologie wird dem Bericht nach zurzeit getestet. Das System übermittelt die Daten von einem Flugdatenschreiber an das Kontrollzentrum der Airline, wie Qatar CEO Akbar Al Baker Bloomberg gegenüber sagte.

Bisher ist die Anzahl der Fluglinien, die ein solches System integrieren wollen, gering. Der Grund dafür: Geld. Die ehemalige Generalinspekteurin des US-amerikanischen Department of Transportation Mary Schiavo meinte zu CNN, dass die Airlines wohl erst in weitere Sicherheitsmaßnahmen investieren, wenn es von der Regierung vorgeschrieben wird.

Aber es gibt auch günstigere Alternativen. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation, eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, schlug laut Reuters im Januar vor, Black Boxen zu installieren, die man während des Fluges abwerfen kann. Das ist bei einigen Flugzeugen der US Navy bereits die Praxis. Mit einem Preis von etwa 30.000 Dollar ist es vielen Airlines aber immer noch zu kostenintensiv.

Die Flugzeugkatastrophe von Germanwings ist eine Tragödie und es ist wahrscheinlich, dass noch viel Zeit vergehen wird, bis man die Ursachen des Absturzes festmachen kann. Nun bleibt zu hoffen, dass Airlines schnellst möglich begreifen, wie wichtig es ist in neue Flugschreiber-Systeme zu investieren, damit man nach solchen Unglücken in kürzester Zeit Antworten auf die Frage nach dem Warum bekommt.

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