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Konfetti-Attacke auf EZB-Präsidenten Draghi

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Diese Pressekonferenz wird der Chef der EZB wohl nicht so schnell vergessen: Am gestrigen Mittwoch sprang eine junge Frau während der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) auf das Podium und bewarf den Präsidenten der EZB, Mario Draghi, mit Konfetti und Flugblättern. Dabei sagte sie die auf Englisch „Stoppt die EZB-Diktatur“. Der oberste Währungshüter Europas, der gerade dabei war den Journalisten die Zinsentscheidung zu erläutern, reagierte gelassen und setzte seine Rede kurz nach der Attacke wieder fort.

Die Frau trug ein T-Shirt mit der Aufschrift „End the ECB Dick-Tatorship“. Es gibt Hinweise darauf, dass sie eine Anhängerin der Aktivistinnengruppe „Femen“ ist. Dies wurde offiziell jedoch noch nicht bestätigt. Nach ihrer Attacke führten Personenschützer Draghi aus dem Raum. Die Frau wurde festgehalten und abgeführt. Nach Angaben der Frankfurter Polizei handele es sich um eine 21-jährige Hamburgerin, die sich bereits öfter politisch aktiv zeigte.

Der EZB-Präsident erklärte auf der Pressekonferenz, dass das internationale Geldinstitut weiterhin seine Geldschleusen offenhalten werde. Der Leitzins bleibt zudem bei 0,05 Prozent. „Es gibt eindeutige Hinweise, dass unsere Maßnahmen wirken“, betonte Draghi. Das sehe man vor allem daran, dass die Kreditbedingungen für Unternehmen sowie private Haushalte besser geworden sind und die Nachfrage nach Krediten steigt.

Seit 9. März dieses Jahres läuft das gewaltige Kaufprogramm der EZB. Monatlich werden 60 Milliarden Euro insbesondere in Staatsanleihen investiert. Das sind bis September 2016 insgesamt 1,1 Billionen Euro. „Es ist beabsichtigt, dass die Käufe bis Ende September 2016 laufen – und in jedem Fall so lange, bis wir eine nachhaltige Verbesserung bei der Preisentwicklung feststellen“, sagte Draghi.

Volkswirte warnen jedoch davor, dass de Notenbank bald Probleme bekommen könnte, genügend Wertpapiere für ihr Kaufprogramm zu erhalten. In einer Umfrage der Bundesbank, die am Dienstag veröffentlich wurde, plant kaum eine deutsche Bank ihre Bundesanleihen zu verkaufen.

 

 

 

Bild: YouTube

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