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Expondo im Interview: „Gutes Marketing braucht zunehmend Zusammenarbeit mit passenden Influencern“

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Das richtige E-Commerce-Marketing entscheidet oft über den Erfolg eines Onlineshops. Zunehmend spielt es eine Rolle, die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden zu erkennen und diese Erkenntnis für eine Strategie der maximalen customer experience zu nutzen. Im Interview mit Wirtschaft TV erklärt Piotr Stach, Gründer der E-Commerce-Plattform expondo, was in Sachen Marketing wichtig ist und wie expondo in dieser Hinsicht aufgestellt ist.

 

Herr Stach, Ihr Unternehmen wird von vielen anderen Playern in der Branche aufgrund Ihrer höchst erfolgreichen Marketing-Strategie bewundert und teils sogar kopiert. Wie haben Sie es geschafft, sich mit expondo als solche Marketing-Genies zu positionieren?

Vielen Dank erstmal – ich denke allerdings, dass wir nicht unbedingt die genialsten Ideen haben, sondern einfach auf unsere Kundenwünsche hören und sinnvolle Vorschläge anpacken und schnell umsetzen. Vorrangig zählt für uns bei expondo, die Barriere von Onlinekäufen so niedrig wie möglich zu halten und unseren Kunden die bestmögliche Customer-Experience zu bieten. Wir bieten unseren Kunden zu einer Vielzahl von Produkten Videoreviews von professionellen Nutzern, haben Funktionen wie eine 360° Ansicht zur Verfügung oder stellen in unserem Live Showroom unsere Produkte im Live Stream vor. Unsere Kunden und Websitebesucher haben so die Möglichkeit, alle Fragen die sie zu dem Produkt haben auch zu stellen und sich direkt mit unseren Profis über das Produkt und die Tools auszutauschen. Stellt ein Kunde nach dem Kauf dennoch fest, dass das Produkt nichts für ihn ist, hat er 100 Tage Zeit das Produkt zurückzugeben. Eine dreijährige Garantie bieten wir obendrauf.

 

Welche Strategie verfolgt Ihr Unternehmen in Sachen Marketing?

Piotr Stach: Der expondo-Onlineshop ist konzipiert als Expertenplatz von Profis für Profis. Durch die breite Auswahl, die wir mit unserem Online-Shop den Kunden bieten, finden sich darunter auch sehr viele Produkte, die auch für Privatkonsumenten sehr interessant sein können, die großen Wert auf die Qualität und Beständigkeit ihrer Produkte legen. Mittlerweile vertreiben wir über 3000 professionelle B2B Geräte mit einem Schwerpunkt auf Gastronomie, Handwerk und Industrie.

 

Experten schätzen Interactive Marketing als den Top-Trend 2020 ein. Wie beurteilen Sie diesen Trend?

Zunächst einmal gibt es nicht den einen Trend, auf den Unternehmen setzen müssen, um erfolgreich fortbestehen zu können. Grundsätzlich gibt es eine Vielzahl an Entwicklungen zu beachten, wenn man erfolgreich fortbestehen möchte. Umfragen zeigen allerdings tatsächlich, dass 91 % der Befragten sich ein interaktiveres Kauferlebnis im E-Commerce wünschen. Das ist ein klares Ergebnis und solche Insights sollte man als Unternehmer nutzen. Für Käufer ergibt sich durch ein interaktives Angebot ein Grund auf der Website zu bleiben. Der Kreativität sind bei der Entwicklung kaum Grenzen gesetzt. Solche Angebote sind sehr beliebt in der Weiterverbreitung. Ein sehr stumpfes Beispiel für so etwas sind zum Beispiel Quiz’ wie ,,Welcher Typ von Käse bist du?’’. Hat jeder schon einmal gesehen. Shareability erhöht die Markenbekanntheit und Nutzer lieben es zu interagieren.

 

Man geht davon aus, dass in den kommenden Jahren aufgrund von Big Data gänzlich neue Berufsbilder im Marketing entstehen werden. Wie sehen Sie das?

Heute noch eher unbekannte Berufsbilder, wie das des Market Research Analysts, gewinnen schon jetzt immer stärker an Bedeutung. Durch Big Data werden sich Marketer in Zukunft immer größeren Datenmengen und deren Analyse und Interpretation zuwenden müssen. Die Boston University geht davon aus, dass die Position des Market Research Analysts bis zum nächsten Jahr um 41,2 % an Popularität gewinnen wird.

 

Das lange als tot geltende Printmailing hat 2019 ein fulminantes Comeback erlebt. Wie ist Ihre Einschätzung dazu?

Print und Onlinemailings haben beide ihre Vor- und Nachteile.
Bei gedruckten Werbeunterlagen ist die große Chance die Verweildauer im Haushalt. Ein klassisches Mailing wird bestenfalls durchgelesen und danach nie wieder beachtet. Versendet man beispielsweise Gutscheine über ein Printmailing, besteht die Chance, dass Konsumenten dieses aufbewahren. Wahrscheinlich werden sie den Gutschein nicht gleich einlösen, bewahren sie ihn allerdings auf, werden sie immer wieder an die Marke erinnert. Lösen sie dann ein halbes Jahr später den besagten Gutschein ein, so lässt sich dies als Erfolg bezeichnen. Niemand erinnert sich nach einem halben Jahr noch an einen Gutschein, der via E-Mail zugesandt worden ist.

Auf der anderen Seite bieten Onlinemailings immer noch klare Vorzüge – es ist deutlich günstiger und schneller und kann wesentlich besser getrackt und analysiert werden. Zudem ist es umweltfreundlicher und bietet gerade bei E-Commerce Unternehmen wie expondo die Möglichkeit der Individualisierung und direkten Weiterleitung zum Shop. Unterm Strich ist ein Printmailing also ein nice-to-have, der Fokus sollte allerdings weiterhin auf dem Online Newsletter liegen.

 

Das Kundenverhalten durchläuft seit mehreren Jahren einen ständigen Wandel. Wie müssen Marketer darauf reagieren, um auch in Zukunft erfolgreich fortbestehen zu können?

Die Generation Z wird bereits in einem Jahr etwa 40 % aller Konsumenten ausmachen. Ich empfehle dazu Marketern die Zusammenarbeit mit passenden Influencern. Bei expondo arbeiten wir beispielsweise mit Profis zusammen, die beispielsweise Experten im Gastronomiebereich sind. Die Generation Z ist stark fokussiert auf solche Social-Media Prominente. Eine aktuelle Studie hat außerdem gezeigt, dass 86 % der Frauen Social Media nutzen, um sich über ein Produkt oder eine Dienstleistung zu informieren.

Videoinhalte sind stets ein gutes Mittel um Marken und Produkte vorzustellen. Die Wyzowl-Umfrage fand heraus, dass 2018 bis zu 95 % der Befragten sich mindestens ein Erklärvideo angeschaut haben. Vorwiegend um so mehr über ein Produkt oder eine Dienstleistung zu erfahren. Zu guter Letzt gebe ich noch gerne den Tipp mit auf den Weg, stets Transparenz in der Kommunikation zu zeigen. Darauf achtet besonders die Generation Z und basiert ihre Kaufentscheidungen darauf.

Weiterhin werden Suchmaschinenmarketing, Suchmaschinenoptimierung und Retargeting entscheidend für ein optimales Suchergebnis sein. Auch in den nächsten Jahren werden sich Suchalgorithmen so ändern, dass wir alle wachsam und informiert bleiben müssen, damit wir auf alle Änderungen reagieren können.

 

Haben Sie abschließend noch ein paar Tipps für die Leser?

Ich stelle immer noch regelmäßig fest, wie häufig Personalisierung im B2B-Marketing vernachlässigt wird. Viele Marketer denken immer noch, Informationen müssten rein rational und faktenbasiert aufbereitet sein, da ihre Ansprechpartner ebenfalls rational handeln. Dem ist aber nicht so. Die Kaufentscheidungen werden immer noch von Menschen getroffen und Menschen handeln stets emotional, egal ob privat oder geschäftlich. Daher empfehle ich jedem Marketer in E-Mails den Betreff sowie Inhalte stets zu personalisieren. Personalisierte Kampagnen beispielsweise erzeugen knapp achtmal so viel Umsatz, wie klassische Newsletter.

 

 

 

Bild: privat

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