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Pleite Venezuelas könnte Schockwellen auslösen

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Venezuela könnte an diesem Montag offiziell den Staatsbankrott erklären. Präsident Maduro hat für heute alle Gläubiger zu einem Krisentreffen eingeladen. Ob es überhaupt stattfinden wird, ist allerdings unklar. Das Land könnte dagegen offiziell alle ausstehenden Kreditzahlungen einstellen. Damit wäre der größte Staatsbankrott der Weltgeschichte besiegelt.

Venezuela steht seit Langem mit dem Rücken zur Wand. Hat Auslandsschulden in Höhe von 155 Milliarden Dollar. Die Wirtschaft ist in sich zusammengebrochen. Der Regierung geht das Geld aus. Die Devisenreserven sind auf mickrige 10 Milliarden Dollar zusammengeschmolzen. Die Bevölkerung leidet und liefert sich in der Hauptstadt regelmäßig Straßenschlachten mit der Polizei. Die Inflation klettert auf astronomische Höhen.

Präsident Maduro hat unterdessen alle Gläubiger zu einer umfangreichen Restrukturierung der Schulden aufgerufen. Am Freitag hat das Land eine Kreditrate von 81 Millionen Dollar nicht gezahlt. Weitere 200 Millionen Dollar werden heute fällig. Anfang November konnte der staatliche Ölkonzern Petroleos de Venezuela eine Rate von mehr als einer Milliarde Dollar nicht aufbringen. Derzeit beraten die Gläubiger über das weitere Vorgehen.

An den Finanzmärkten gehen Investoren davon aus, dass Venezuela nicht mehr zu retten ist. Sie bewerten die Pleitewahrscheinlichkeit mit 99,9 Prozent. Zu den größten Gläubigern des Landes zählen neben den USA und Kanada auch China und Russland. Für Präsident Maduro könnte das der letzte Rettungsanker sein. Beide Länder könnten mit Milliarden einspringen. Und weitere Teile des staatlichen Tafelsilbers übernehmen.

Kommt es zu einer Staatspleite, würde das die schwerste Schuldenkrise Lateinamerikas seit der Pleite Argentiniens im Jahre 2001 auslösen. Die Schockwellen wären selbst an der Wallstreet zu spüren. Und möglicherweise bis nach Europa schwappen.

 

Bild: jkraft5/deposithotos

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